Alles zum Thema Selbsthilfe.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, welche Dynamik die Selbsthilfe haben kann, und somit ist uns dieses wichtige Thema eine gesonderte Seite wert. 

  • Was ist eine Selbsthilfegruppe?
  • Selbsthilfe - Der Weg vom Dunkel ins Licht!

 

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

 

Immer mehr Menschen nutzen die Chance, in einer Selbsthilfegruppe (SHG) seelische Schwierigkeiten und Konflikte sowie die Begleiterscheinungen ihrer Erkrankung oder Behinderung zu bewältigen.

 

Sie wollen ihre persönlichen Lebensumstände aktiv verbessern und einander helfen, manchmal Einfluss auf das soziale und politische Umfeld nehmen.

 

Die Gruppe hebt die Isolation des Einzelnen auf und stärkt dadurch das Selbstvertrauen und die Solidarität.

 

Durch die Regelmäßigkeit der Treffen entsteht ein stützender Zusammenhalt, der Verständnis und Trost gibt und Mut macht zu neuer Aktivität und verändertem Verhalten.

 

Selbsthilfegruppen bestimmen ihre Organisationsform und Vorgehen selbst. Je nach Ziel und Zusammensetzung findet jede Gruppe ihren eigenen Stil.

 

Das Wichtigste in Selbsthilfegruppen ist das offene Gespräch, die wechselseitige Hilfe und das Verständnis.

 

Im wesentlichen gibt es 3 Gruppenarten:


Anonyme Gruppen: z.B. Anonyme Alkoholiker; jederzeit offen für Betroffene, keine formalisierte Mitgliedschaft, starke Gruppenphilosophie: 12 - Schritte - Programm

 

Offene Gruppen: im Bereich vieler organischer Erkrankungen, z.B. Deutscher Diabetiker Bund. Information und Aufklärung stehen im Vordergrund.

 

Geschlossene Gruppen: in denen auch ganz persönliche Probleme besprochen werden können, mit einer relativ festen Gruppengröße und regelmäßiger Teilnahme.

 

Quelle: mit freundlicher Genehmigung der KIBIS Itzehoe

 

Selbsthilfe - Der Weg vom Dunkel ins Licht!

 

Dunkel, alles ist dunkel um mich herum und grelle rot-gelbe Blitze zucken vor meinen Augen. Ich weiß gar nicht, wo ich bin, finde mich nicht zurecht. Was ist bloß los mit mir? Und dann plötzlich lichtet sich das Dunkel. Ich werde wach, es war nur ein Traum und die Schmerzen haben ihn verursacht. Doch jetzt bin ich wach, weiß nicht, was ich machen soll. Mein Gefühl lässt mich zur Toilette gehen und richtig. Die Krämpfe werden schlimmer und ...... gut, dass ich auf der Toilette sitze. Die Krämpfe lassen langsam nach. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll, immer wieder dieser Wechsel von Durchfall und Verstopfung, diese Krämpfe, nicht zu wissen, was ich noch essen kann, nicht mehr vor die Türe trauen, weil ich nicht weiß, wo sich die nächste Toilette befindet.                                              

Ärzte, die sagen "Sie haben nichts, es ist nur ein Reizdarm". Nur!!! Wer außer mir kann schon beurteilen, wie schlimm so ein Reizdarm ist!!! Ich muss einen anderen Weg finden. Letztens in der Apotheke, da war doch was, da habe ich doch etwas  in dem Zeitungsständer gesehen. Ich muss unbedingt hin und nochmal schauen.

Ja richtig, da ist ein Flyer, ganz groß steht drauf "Selbsthilfe bei Reizdarm".

Das ist was für mich, das probiere ich aus!
Heute war ich bei dem Selbsthilfe-Treffen. Ich wusste zuerst nicht, was ich dort sagen soll. Aber nachdem alle ganz offen über ihre Probleme gesprochen haben, habe ich auch meine Situation geschildert und alle hatten Verständnis, keiner hat meine Beschwerden belächelt! Und tolle Tipps sind dort gegeben worden, die muss ich direkt einmal umsetzen.
Dort habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich auch selber was in die Hand nehmen kann. Ich werde ganz bestimmt wieder hingehen! Jetzt bin ich schon        

1 Jahr bei dem Selbsthilfe-Treffen. Es tut mir so gut. Mittlerweile kann sogar ich neuen Betroffenen Tipps geben, damit der Alltag für sie erträglicher wird. Meine Beschwerden sind nicht ganz weg, aber ich kann besser damit umgehen und wenn es mir mal wieder schlechter geht, dann baut mich das Treffen wieder auf oder ich
telefoniere mit anderen Betroffenen - diese Gespräche bringen mir enorm viel.

Wir veranstalten auch viele Aktionen rund um den Reizdarm. Eine Ernährungsberaterin und eine Entspannungstrainerin waren da.
Ich habe mich angeboten, der Gruppenleiterin hilfreich zur Seite zu stehen und tatsächlich gibt es für mich auch Dinge im Zusammenhang mit der Gruppe zu tun. Ich finde es toll, dass eine Selbsthilfegruppe ein Miteinander ist. Jeder ist für jeden da! Jeder kann sich soweit einbringen, wie er es möchte. Jeder hat für jeden ein tröstendes Wort und ganz wichtig ist, dass keiner Hemmungen haben muss, über seine Probleme zu sprechen! Weil - dort ist Verständnis!!!
Ich bin froh, dass ich zur Selbsthilfegruppe gegangen bin!                           

Komm' du doch auch!

Eine Betroffene - ohne Namensnennung