Reizdarmsyndrom


Das Reizdarmsyndrom (RDS)

 

Die Diagnostik ist oft schwierig, weil die Störung mit sehr unterschiedlichen

Beschwerden in Erscheinung tritt und damit andere Erkrankungen

„nachahmen“ kann. Wichtig ist jedoch, dass Reizdarm-Patienten eine

normale Lebenserwartung haben und dass ihr Risiko, an einer

chronisch-entzündlichen Darmerkrankung oder an Krebs zu erkranken,

nicht höher ist als dasjenige der Allgemeinbevölkerung.

 

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

 

Beim Reizdarm oder Stressdarm liegt eine Störung der Darmfunktion

vor. Obwohl bis heute keine organischen Ursachen für das Reizdarm-

syndrom gefunden werden konnten, führt die Erkrankung zu einer Reihe

von Beschwerden wie z.B.: Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung

oder Durchfall (oft auch im Wechsel), Gefühl der unvollständigen Darm-

entleerung nach dem Stuhlgang, erhöhte Darmtätigkeit, plötzlicher

Stuhldrang - können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beein-

trächtigen.

 

Einige Faktoren, die zu den Reizdarm-Beschwerden beitragen:

  • Eine gesteigerte Empfindlichkeit im Magen-Darm-Trakt
  • Psychosomatische Faktoren
  • Eine Veränderung der Darmperistaltik

Die Darmwand ist mit vielen feinen Nervenästen ausgestattet, die bei

Reizdarmpatienten ungewöhnlich empfindlich sind. Stress, Hektik und

ungelöste Problem oder Ängste verschlimmern oft die Symptome.

 

Ist das Reizdarmsyndrom ein häufiges Problem?

 

Das Reizdarmsyndrom ist fast so häufig wie eine gewöhnliche Erkältung.

Es leiden mehr als ca. 10 % der Bevölkerung an dieser Erkrankung. Am

häufigsten ist die Altersgruppe der 30- bis 60-Jährigen betroffen, doch

auch Kinder, Jugendliche und Senioren können unter einem Reizdarm

leiden. Frauen erkranken häufiger an einem Reizdarm als Männer.

Störungen und Erkrankungen, die den Darm betreffen, werden als pein-

lich empfunden und oft verschwiegen. Deshalb ist die breite Öffentlich-

keit auch wenig über das RDS informiert und viele Betroffene versuchen

lieber, ihre Beschwerden selbst in den Griff zu bekommen, anstatt

einen Arzt aufzusuchen.

 

Wie äußert sich das Reizdarmsyndrom?

 

Bauchschmerzen und –krämpfe gehören zu den häufigsten Symptomen

des Reizdarms. Die Schmerzen können überall im Bauch und zeitweise

im Zusammenhang mit den Mahlzeiten auftreten. Viele Patienten be-

richten, dass ihre Schmerzen nach der Stuhlentleerung oder nach dem

Abgang von Darmgasen nachlassen.

Der Reizdarm kann sich auch durch chronische Verstopfung oder durch

chronischen Durchfall bemerkbar machen. Bei manchen Patienten

wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab. Auch ist Schleimausschei-

dung beim Stuhlgang möglich.

Blähungen, ein Gefühl des Aufgetriebenseins und Übelkeit sind weitere

Symptome, die auf ein RDS hindeuten können. Manche Patienten

haben nach dem Stuhlgang das Gefühl, dass ihr Darm noch nicht voll-

ständig entleert ist. Wichtig ist, dass beim Reizdarm nichtalle genann-

ten Symptome vorliegen müssen. Auch sind die Beschwerden nicht immer

gleich stark ausgeprägt. Nachts treten in der Regel keine Beschwerden

auf.

 

Symptome wie Gewichtsverlust, Fieber und Blutbeimengungen im Stuhl

sprechen gegen ein Reizdarmsyndrom. Diese Beschwerden können auf

eine schwerwiegende organische Erkrankung hinweisen und sollten

umgehend von einem Arzt abgeklärt werden.

 

Wieviel Diagnostik muss ein?

 

Bei Verdacht auf Reizdarmsyndrom sollte der Arzt eine sehr sorgfältige

Krankengeschichte (Anamnese) erheben und genau nach den Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten, Lebensstil und evtl. psychischen Belastungen

fragen. Eine genaue körperliche Untersuchung ist anschließend unbedingt

nötig.

 

Hierzu sind einige Untersuchungen wie z. B.:

  • Verschiedene Blutuntersuchungen
  • Analyse des Stuhls
  • Magen- Darmspiegelung
  • Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung (je nach Art der Beschwerden)
  • Dünndarmbiopsie, um z. B. Zöliakie/Sprue auszuschließen
  • Intoleranzen sollten ausgetestet werden z. B. anhand eines Laktose-/Fructose-Intoleranztests (Blutuntersuchung oder H2-Atemtest)
  • Überprüfung der Bauchspeicheldrüse betr. Fettverwertung/-verdauung

zu nennen.

 

Sind organische Erkrankungen ausgeschlossen und hat der Arzt ein RDS

diagnostiziert, sind wiederholte Untersuchungen überflüssig – nur sinnvoll

bei Auftritt neuer Symptome.

 

Welche Begleiterkrankungen des Reizdarmsyndroms wären zu nennen?

 

Depressionen, Angsterkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten,

Schlafstörungen, Erschöpfung, herabgesetzte Leistungsfähigkeit und

soziale Isolation.

 

Was kann beim Reizdarmsyndrom helfen?

 

Steht die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ fest, sollte die Lebenssituation

des Patienten genau analysiert werden. Folgende Faktoren können

Linderung beim Reizdarm verschaffen:

  • Stressabbau im Beruf/Familie/Partnerschaft
  • Abbau von übermäßigem Alkohol-, Nikotin- und Kaffeekonsum
  • Ausreichende körperliche Bewegung (vornehmlich Ausdauersportarten)
  • Geregelter Tagesablauf
  • Ausreichender und regelmäßiger Schlaf
  • Ernährungsumstellung (z. B. Ernährungstagebuch unter fachm. Anleitung)
  • Medikamenteneinnahme - bezogen auf die Symptome

Da psychische Faktoren wie Stress und ungelöste Konflikte Reizdarm-

Beschwerden verschlimmern können, ist bei manchen Patienten eine

psychotherapeutische Behandlung angezeigt. Auch ein Aufenthalt in

einer Kureinrichtung kann Linderung verschaffen und den Blick auf neue

Lebensperspektiven eröffnen.

 

www.solvay-arzneimittel.de - mit Genehmigung der

Fa. Solvay-Arzneimittel